← Die großen V8 · alle neun Porträts

09 / 09 · USA

Ford Modular 4.6 3V

Der Achtzylinder des amerikanischen Alltags

4,6 Liter · 24 Ventile · Eine obenliegende Nockenwelle je Zylinderbank · Variable Nockenwellensteuerung

Der Dreiventiler der Ford-Modular-Familie steht für eine andere Seite der Achtzylinderkultur. Er war nicht allein für die automobile Spitze bestimmt, sondern für Fahrzeuge mit sehr unterschiedlichen Aufgaben. Im Mustang GT des Modelljahres 2005 trat er als sportlicher Antrieb auf; ab Modelljahr 2006 arbeitete er auch im Explorer.

Sein technischer Ansatz verbindet zwei Einlassventile und ein Auslassventil je Zylinder mit variabler Nockenwellensteuerung. Ford entwickelte damit die vorhandene Motorenfamilie weiter, ohne auf eine Vierventilkonstruktion mit vier Nockenwellen umzustellen. Zugleich wurde der Motor an seine jeweiligen Einsatzbedingungen angepasst: Im Mustang kam ein Aluminiumblock zum Einsatz, im Explorer ein Graugussblock.

Diese Vielseitigkeit macht den 4.6 3V interessant. Er gehört sowohl zur Welt des klassischen amerikanischen Sportcoupés als auch zu jener großer Familien- und Zugfahrzeuge. Seine Bedeutung liegt deshalb nicht nur in technischen Einzelheiten, sondern darin, wie breit die Idee des Achtzylinders hier im Alltag verankert war.

In unserer Sammlung vertritt er diese bodenständige Seite. Der V8 erscheint nicht als exklusives Privileg, sondern als vertraute Form souveräner Motorisierung. Der Ford erinnert daran, dass automobile Kultur nicht ausschließlich aus seltenen Spitzenmodellen besteht. Sie entsteht ebenso durch Konstruktionen, die vielen Fahrzeugen einen unverwechselbaren Charakter geben.