08 / 09 · USA
General Motors LS1
Die Intelligenz des einfachen Entwurfs
5,7 Liter · Aluminiumblock und Aluminiumköpfe · Zentrale Nockenwelle · 16 Ventile
Mit dem LS1 begann 1997 in der Corvette C5 ein neues Kapitel der amerikanischen Achtzylindertradition. General Motors hielt an einem vertrauten Grundgedanken fest: viel nutzbarer Hubraum in einer vergleichsweise kompakten Konstruktion. Zugleich wurde dieser Gedanke mit Aluminium, moderner Motorsteuerung und einer neu entwickelten Motorengeneration fortgeführt.
Die zentrale Nockenwelle betätigt die Ventile über Stößelstangen und Kipphebel. Gegenüber Konstruktionen mit mehreren obenliegenden Nockenwellen ermöglicht dieses Prinzip kompakte Zylinderköpfe. Beim LS1 ist es deshalb nicht als bloßes Festhalten an der Vergangenheit interessant, sondern als bewusste technische Lösung mit eigenen Vorteilen.
Sein Charakter entspricht diesem Entwurf: großzügiger Hubraum, kräftiger Antritt und eine unmittelbare Verbindung zwischen Fahrerwunsch und Beschleunigung. Die Ingenieursleistung liegt dabei nicht allein in einem einzelnen Bauteil, sondern im Verhältnis von Leistung, Gewicht, Abmessungen und Herstellbarkeit.
Dass die Konstruktion auch über den gewöhnlichen Straßeneinsatz hinaus Substanz besaß, zeigte ihr Einsatz in der amerikanischen ASA-Rennserie. GM Racing dokumentierte, wie ein seriennaher LS1 mit vergleichsweise begrenzten Änderungen aufwendige Spezialtriebwerke ersetzen konnte.
Für unsere Sammlung ist dieser Motor deshalb unverzichtbar. Er widerlegt nicht andere Konstruktionswege, sondern bereichert sie um einen eigenen: Technische Eleganz kann auch darin bestehen, mit überschaubaren Mitteln sehr viel zu erreichen.