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06 / 09 · Deutschland

Mercedes-Benz M119

Die klassische Schule des großen Mercedes

Hier im Mittelpunkt: der 5,0-Liter-V8 · Aluminiumblock · 32 Ventile · Vier obenliegende Nockenwellen

Der M119 gehört zu jenen Motoren, die eine Epoche von Mercedes-Benz besonders anschaulich machen. 1989 im neuen SL vorgestellt, fand er später unter anderem im 500 E und in der S-Klasse der Baureihe W140 seinen Platz. Damit war er gleichermaßen Antrieb eines offenen Reisewagens, einer sportlichen Limousine und eines großen Repräsentationsautomobils.

Seine technische Ausführung war anspruchsvoll: Aluminiumblock, vier Ventile je Zylinder, zwei obenliegende Nockenwellen pro Zylinderbank und verstellbare Einlassnockenwellen. In der frühen Ausführung des 500 E entwickelte der Fünfliter 326 PS. Doch diese Zahl beschreibt nur einen Teil seiner Bedeutung.

Interessanter ist die Verbindung aus Leistungsfähigkeit und kultivierter Kraftentfaltung. Der M119 passt zu einer Vorstellung von Mercedes-Benz, bei der ein Automobil schnell sein durfte, ohne seine Ruhe aufzugeben. Seine konstruktive Aufwendigkeit stand im Dienst eines breit gefächerten Anspruchs: gute Füllung der Zylinder, nutzbare Kraftreserven und souveränes Reisen.

Für unsere Sammlung verkörpert er die klassische deutsche Schule des Vierventil-Achtzylinders. Nicht als abstraktes Ausstellungsstück, sondern als Motor für Fahrzeuge, deren besondere Qualitäten sich erst in Bewegung vollständig erschließen. Sein Charakter verbindet technische Ernsthaftigkeit mit einer gewissen Zurückhaltung – eine Kombination, die den großen Mercedes jener Jahre bis heute reizvoll macht.