07 / 09 · Deutschland
Mercedes-Benz M113
Die Kunst des richtigen Maßes
Hier im Mittelpunkt: der 5,0-Liter-Saugmotor · Drei Ventile und zwei Zündkerzen je Zylinder
Der M113 zeigt, dass eine neue Motorengeneration nicht zwangsläufig mehr Bauteile und größere Komplexität benötigt. Mercedes-Benz wählte bei dieser ab 1997 eingeführten Familie einen anderen Weg als beim M119: eine obenliegende Nockenwelle je Zylinderbank, drei Ventile und zwei Zündkerzen pro Zylinder.
Hinter dieser Entscheidung stand ein abgestimmtes Konzept aus Gemischverbrennung, Reibungsverminderung und Alltagstauglichkeit. Die Dreiventiltechnik schuf Raum für die Doppelzündung; die Konstruktion konzentrierte sich auf die Eigenschaften, die im normalen Fahrbetrieb besonders häufig gefragt sind. Dass dabei Leistungsfähigkeit keineswegs verloren gehen musste, zeigt der Fünfliter im CLS 500 mit 306 PS und einem über einen breiten Drehzahlbereich verfügbaren Drehmoment von 460 Newtonmetern.
Gerade als Saugmotor besitzt der M113 einen überzeugenden Charakter. Er steht für unmittelbares Ansprechen, kräftigen Durchzug und eine ruhige Art, Geschwindigkeit aufzubauen. Seine Attraktivität liegt weniger im demonstrativen technischen Aufwand als im stimmigen Verhältnis seiner Eigenschaften.
In unserer Sammlung ist er deshalb ein wichtiger Gegenpol zum M119. Beide verkörpern Ingenieurskunst, aber mit unterschiedlichen Mitteln. Der M113 erinnert daran, dass konstruktive Reife auch durch Konzentration entstehen kann: nicht alles technisch Denkbare vorzusehen, sondern die gewählten Lösungen so zusammenzuführen, dass daraus ein angenehmer, vielseitiger und souveräner Antrieb wird.